Wall Street schließt im Sog der Europabörsen knapp behauptet
NEW YORK (Dow Jones)--Die europäische Schuldenkrise hat am Montag die US-Börsen belastet. "Es gibt nach wie vor keine Einigung über die Umschuldung Griechenlands, und das trotz einer immer noch sehr optimistischen Erwartungshaltung des Marktes", sagte ein Händler.
Zur Verunsicherung der Anleger trug ferner bei, dass die Renditen portugiesischer Staatsanleihen am Montag neue Rekordstände erreichten.
Der Dow-Jones-Index (DJIA) für 30 Industriewerte gab um 0,1 Prozent bzw 7 auf 12.654 Punkte nach. Der S&P-500 verlor 0,3 Prozent bzw 3 Punkte auf 1.313. Der technologielastige Nasdaq-Composite sank um 0,2 Prozent bzw 5 auf 2.812 Punkte. Verglichen mit den Abgaben an den europäischen Börsen waren die Verluste der US-Aktien gering. Beobachter machten dafür das relativ geringe Umsatzvolumen von 0,74 (Freitag: 0,85 Milliarden Aktien) mitverantwortlich. Vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts am Freitag zögerten die Anleger, sich festzulegen. Den 1.112 (1.944) Kursgewinnern standen 1.904 (1.062) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 119 (109) Titel.
Die Ausgaben der US-Verbraucher sind im Dezember entgegen den Erwartungen nicht gestiegen und deuten damit auf Konsumzurückhaltung hin. Auch die höhere Sparquote lässt vermuten, dass die US-Bürger ihr Geld lieber sparen als es auszugeben. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, stagnierten die Ausgaben auf dem Vormonatsniveau. "Wir gehen einerseits davon aus, dass der private Verbrauch in den kommenden Monaten wieder wächst. Andererseits fehlt ihm wohl die Kraft, der US-Wirtschaft eigenständige Wachstumsimpulse zu verleihen. Der US-Konsum dürfte in diesem Jahr eher konjunktureller Mitläufer denn Impulsgeber sein", kommentierte Volkswirt Heinrich Bayer von der Postbank die Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben.
Finanzaktien litten unter den schwachen Vorgaben ihrer europäischen Pendants. Bank of America (BoA) fielen um 3,0 Prozent auf 7,07 Dollar. Goldman Sachs hat zudem BoA auf "Neutral" heruntergestuft und J.P. Morgan (minus 0,7 Prozent auf 37,01 Dollar) von der "Conviction Buy List" gestrichen. Optimistischer waren die Analysten, was die Citigroup und Morgan Stanley angeht. Citigroup (minus 2,1 Prozent auf 30,23 Dollar) wurden auf "Buy" hochgestuft und Morgan Stanley (minus 1,9 Prozent auf 18,20 Dollar) auf die "Conviction Buy List" genommen.
Gegen den Trend im Plus hielten sich die als defensiv geltenden Telekommunikationsaktien wie Verizon (plus 1,1 Prozent auf 37,61 Dollar), aber auch Technologiewerte wie IBM (plus 1,1 Prozent auf 192,50 Dollar).
Auf Unternehmensseite war die Nachrichtenlage dünn. Exxon Mobil hat im Zuge einer Restrukturierung seine Japan-Tochter für 3,91 Milliarden Dollar verkauft. Der Ölkonzern wird überdies am Dienstag Geschäftszahlen veröffentlichen. Die Aktie gab um 0,4 Prozent auf 85,49 Dollar nach. US Airways Group stiegen dagegen um 4,2 Prozent auf 8,52 Dollar und profitierten damit von Übernahmespekulationen. Berichten zufolge soll Delta Air Lines ein Auge auf den Konkurrenten geworfen haben. Thomas & Betts sprangen sogar um 23,1 Prozent auf 71,31 Dollar. Die Schweizer ABB wird den Hersteller von elektrotechnischen Produkten für 3,9 Milliarden Dollar kaufen.
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