Merkel hält Deutschlands Aufschwung noch für fragil

09.09.10, 15:29 Uhr       

2010-08-25_Angela Merkel (2)_ddp BERLIN (Dow Jones)--Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Wirtschaftserholung in Deutschland am Donnerstag als "noch sehr fragil" bezeichnet und an die Arbeitgeber appelliert, im Aufschwung nicht die soziale Balance zu gefährden. (Foto: ddp)

"Wir sind gemeinsam der Auffassung, dass zwar eine gewisse wirtschaftliche Erholung zu sehen ist, dass aber dieser Aufschwung noch sehr fragil ist", sagte Merkel nach einem Gespräch im Kanzleramt mit dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer. Es müsse alles getan werden, "um vor allem auch Arbeitsplätze zu sichern und wo immer möglich neue zu schaffen".

Zuvor hatte am Donnerstag das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr auf 3,4% und im kommenden Jahr auf 1,7% angehoben. Die Kieler Ökonomen erwarten nach eigenen Angaben, "dass die deutsche Wirtschaft auch in nächster Zeit vergleichsweise robust bleibt", allerdings wird sich die Dynamik nach ihrer Prognose deutlich verlangsamen.

Nachdem die Arbeitnehmer sich in der Krise in hohem Maß verantwortlich gezeigt hätten, dürfe der Aufschwung nun nicht so gestaltet werden, dass "viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer enttäuscht sind", forderte Merkel. In Gesprächen mit den Arbeitgebern werde die Regierung darauf achten, dass der in der Krise gewachsene Zusammenhalt in der Gesellschaft "in erfreulichem Maß" für die Zukunft erhalten werden könne. Zum Thema Leiharbeit habe sie sich von Sommer darlegen lassen, dass hier aus Sicht der Gewerkschaften auch Missbrauch vorkomme.

Sommer sagte, man müsse "alles tun, dass diese soziale Balance nach der Krise nicht wieder zerstört" werde. "Wir wären ohne diese soziale Balance wahrscheinlich nicht so über die Krise gekommen", betonte der DGB-Vorsitzende. Es bestehe jedoch bei den Gewerkschaften der Eindruck, dass die Arbeitgeber in Branchen im Aufschwung "dort weitermachen, wo sie vor der Krise waren". Der Gesetzgeber müsse das Prinzip "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" durchsetzen und auch beim Thema Mindestlohn aktiv werden, forderte Sommer.

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   www.bundesregierung.de
   www.dgb.de

   -Von Andreas Kißler, Dow Jones Newswires,
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DJG/ank/mle/voi

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