Europas Börsen schließen nach guten US-Arbeitsmarktdaten fester

03.09.10, 18:40 Uhr       

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen sind am Freitag fester aus dem Handel gegangen.

Der Euro-Stoxx-50 gewann 1,1% oder 31 auf 2.746 Punkte, für den Stoxx-50 ging es um 1,1% bzw 27 auf 2.537 Stellen nach oben. Unterstützung lieferte dem Markt der besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht für den Monat August.

Erfreut zeigten sich die Anleger vor allem von dem starken Stellenaufbau in der Privatwirtschaft, nachdem der ADP-Arbeitsmarktbericht hier im Vorfeld enttäuscht hatte. Allerdings wurde die Freude in der Folge durch einen schwachen ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe eingetrübt; Aktien kamen von ihren Tageshochs zurück und die Rentenmärkte schränkten die Verluste ein.

Nach Einschätzung der Commerzbank leiden die Dienstleistungen stärker unter den Nachwirkungen der Blase als die Industrie. Mit 51,5 Punkten liege der Index nun sogar unter seinem langfristigen Durchschnitt - und dies in einem "Aufschwung".

Die Details des Berichts enttäuschten ebenfalls: So sanken alle wichtigen Komponenten wie Geschäftsaktivität, Aufträge und Beschäftigung deutlich. Zuvor hatte der Arbeitsmarktbericht noch Hoffnung gemacht; in der Privatwirtschaft wurden mehr Stellen geschaffen als im Vorfeld erwartet. "Damit bleibt nach den Daten insgesamt die Unsicherheit über die US-Wirtschaft erhalten", hieß es im Handel.

Ansonsten war die Nachrichtenlage dünn. Titel aus dem Finanzsektor und zyklische Titel verzeichneten nicht überraschend die kräftigsten Aufschläge. So gewannen Bankenaktien im Schnitt 1,7%, Bauwerte legten 1,3% zu.

Im Blick der Anleger stand auch der Versorgersektor mit einem Plus von durchschnittlich 0,8% im Euro-Stoxx-Universum. Die Nachricht, dass GDF Suez bis 2016 neue bis zu 150.00 neue Stellen schaffen möchte, wurde von den Investoren als Signal verstanden, dass die Aussichten des von den Anlegern seit Jahresbeginn geschmähten Sektors möglicherweise doch nicht so negativ sind.

Daneben waren auch Berichte hilfreich, wonach es am Wochenende bei einem Treffen im Kanzleramt zu Entscheidungen kommen soll mit Blick auf den schwelenden Streit um Laufzeitverlängerungen und Besteuerungen von Atomkraftwerken (AKW). GDF Suez gewannen 1,6% auf 25,95 EUR, E.ON 0,8% auf 22,93 EUR und RWE 1,3% auf 53,23 EUR.

Fester mit einem Plus von 1,1% zeigten sich auch Europas Technologiewerte. Händler verwiesen auf gute Vorgaben aus Übersee. Sie sprachen von einem verbesserten Sentiment für den Sektor, nachdem Samsung Electronics das Absatzziel für Smartphones nach oben angepasst hat auf 25 Mio Stück von zuvor 18 Mio Einheiten. Nokia rückten um 1,7% auf 7,14 EUR vor.

Roche nach bestätigter Jahresprognose gesucht

Im Pharmabereich stachen derweil Roche positiv heraus. Hier stützte die Ankündigung eines Kostensenkungsprogramms und die Bestätigung der Gesamtjahresprognose durch den Konzern. "Nach den vorangegangenen Rückschlägen gab es am Markt schon die Befürchtung, dass die Guidance nicht zu halten sein könnte", sagte ein Händler.

Zwar habe Roche bislang als "Premiumhersteller" gegolten, der seine Profitabilität nicht über Sparprogramme sicherstellen müsse. Gegenwärtig bleibe den Schweizern aber einfach nichts anderes übrig. Roche gewannen 1,8% auf 142,20 CHF, der Stoxx-Sektor stieg um 0,5%.
DJG/mpt/gei

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