XETRA-START/Gut behauptet - Trotz guter Zahlen geht DAX die Luft aus

29.07.10, 10:08 Uhr | Lesezeichen | Versenden

2010-07-29_Morgen FRANKFURT (Dow Jones)--Getrieben von unter dem Strich besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen ist der deutsche Aktienmarkt etwas fester in den Donnerstag gestartet. Im frühen Geschäft des ersten Höhepunkts der Berichtssaison geht den Indizes dann allerdings wieder die Luft aus. (Foto: Dt. Börse)

"Je näher wir im DAX der Marke von 6.300 Punkten kommen, desto dünner wird das Eis", sagt ein Händler. Bis 9.49 Uhr MESZ steigt der Leitindex um 0,2% oder 10 Punkte auf 6.189.

So lange der DAX nicht unter die im Bereich von 6.120 bis 6.130 Punkten gelegene Unterstützung fällt, sieht Staud Research jedoch die Chance auf einen weiteren Anstieg gewahrt. In der zweiten Reihe geht es für den MDAX um 0,5% oder 44 Punkte auf 8.452 nach unten. Der TecDAX fällt um 0,6% oder 5 Punkte auf 775 zurück.

Die Agenda der Konjunkturdaten ist am Donnerstag spärlich bestückt, auf dem Programm stehen am Nachmittag lediglich die Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung. Volkswirte erwarten im Mittel ihrer Prognosen einen Rückgang um 4.000 binnen Wochenfrist. Die Kurse könnten vor diesem Hintergrund auch bis zum Sitzungsende von der Einschätzung der vorgelegten Quartalszahlen gemacht werden.

Tagesgewinner sind bislang Merck KGaA, die um 3,9% auf 66,71 EUR zulegen. "Bei Umsatz und Ergebnis besser als von mir erwartet", kommentiert Bankhaus-Lampe-Bank-Analystin Leslie Iltgen die Zahlen für das abgelaufene Vierteljahr. Mit der sehr guten Entwicklung im Flüssigkristall- und Chemiegeschäft habe sie gerechnet, positiv habe hingegen die Pharmasparte überrascht. "Auch die Anhebung der Prognose hatte ich erwartet, allerdings ist sie etwas stärker als gedacht ausgefallen", sagt die Analystin.

Für Deutsche Telekom geht es im Gleichschritt mit den übrigen europäischen Anbietern von Telekommunikationsdienstleistungen um 0,9% auf 10,34 EUR nach oben. Für gute Sektorstimmung sorgt France Telecom. Die Franzosen haben ihren Investoren für die kommenden drei Jahre eine Dividende von 1,40 EUR je Aktie garantiert.

Bayer drehen nach einem Start unter negativem Vorzeichen ins Plus und verteuern sich um 0,5% auf 44,42 EUR. "Schwach, aber nicht ganz unerwartet", sagt eine Analystin zu den Zahlen für das abgelaufene Quartal und dem Ausblick. Die gesenkte Prognose für CropScience komme angesichts des langen Winters und der Preisentwicklung besonders in der NAFTA-Region nicht überraschend. Etwas enttäuschend sei allerdings, dass Bayer auch die Guidance für HealthCare nach unten angepasst habe. "Hier hatten wir gehofft, dass das Unternehmen darum herum kommen würde", sagt sie.

"Durch die Bank positiv", kommentiert Analyst Per-Ola Hellgren von der LBBW die am Vorabend vorgelegten Zahlen der Lufthansa. "Das Ergebnis ist hervorragend, Lufthansa hat anscheinend sowohl im Passagier- als auch im Cargogeschäft zugelegt." Auch die Bekräftigung der Gesamtjahresprognose hebt der Analyst positiv hervor. Dennoch fallen die Aktien um 4,3% auf 12,24 EUR zurück. Der Titel ist jedoch zuletzt bereits sehr gut gelaufen, zuletzt hatte der Unternehmensbericht von Air France-KLM für Rückenwind gesorgt.

Auch für MAN geht es trotz guter Zahlen um 3,5% auf 70,42 EUR nach unten. "Auf den ersten Blick positiv, auf den zweiten Blick noch besser", so das Fazit eines Analysten. Das operative Ergebnis habe deutlich über seinen Erwartungen gelegen. Der Blick in die Sparten verrate, dass MAN vor allem in dem von Großaktionär Volkswagen übernommenen Lateinamerikageschäft überrascht habe. "Der Ausblick war dann doch nicht stark genug, um die gut gelaufene Aktie über das bisherige Jahreshoch bei 76 EUR zu heben", meint ein Händler mit Verweis auf das Minus der Aktie. Im Bereich der horizontalen Unterstützung bei 70 EUR finde die Aktie aber einen soliden Halt.

In der zweiten Reihe geben Aixtron um 2,2% auf 23,79 EUR nach. "Besser als die Konsensprognose aber vielleicht dennoch eine Enttäuschung", kommentiert equinet-Analyst Adrian Pehl den Auftragseingang im zweiten Quartal. Angesichts der Entwicklung beim US-Wettbewerber Veeco hätten sich einige Investoren womöglich eher 180 Mio EUR als die gelieferten 175,4 Mio EUR erhofft. "Auch der angehobene Ausblick für das Gesamtjahr entspricht lediglich meinen Prognosen", dämpft Pehl zu hohe Erwartungen an die Reaktion der Aixtron-Aktie auf die Zahlen.

"Schreckt mich nicht sonderlich", kommentiert Michael Bahlmann, Analyst bei M.M. Warburg, die im zweiten Quartal hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Lizenzumsätze der Software AG. Schließlich hätten die nicht minder wichtigen Einnahmen aus Maintenance die Prognosen im gleichen Umfang übertroffen. Auch das Verteilungsbild bei den Lizenzeinnahmen sorge eher für Entwarnung. Software AG geben dennoch um 3,6% auf 88,50 EUR nach.

DJG/jej/ros/voi

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