Puma enttäuscht Markt mit 2Q
HERZOGENAURACH (Dow Jones)--Die Puma AG hat im
zweiten Quartal 2010 dank einer Geschäftsbelebung zwar Umsatz und
Ergebnis gesteigert. Anleger zeigten sich aber trotzdem verstimmt, die
Aktie gab am Vormittag deutlich nach und setzte sich an die Spitze der
Verlierer im MDAX. (Foto: Puma)
Das operative Ergebnis von Puma verbesserte sich im zweiten
Quartal auf 64,1 (63,1) Mio EUR, wie der Sportartikelhersteller am
Donnerstag mitteilte. Der Umsatz stieg konsolidiert um 2,5% auf 615,4
Mio EUR. Währungsbereinigt verzeichnete Puma ein Minus von 4,8%. Das
Unternehmen begründete dies mit Abverkäufen und hohen Lagerbestände im
Vorjahr, die zu einer hohen Vergleichsbasis geführt hätten. Im Juni
seien zudem Auslieferungen durch spätere Warenanlieferungen beeinflusst
worden. Des Weiteren habe es im Gegensatz zu 2009 keine vorgezogene
Lieferungen gegeben.
Umsätze mit Schuhen gingen währungsbereinigt um 9,7% auf 321,2
Mio EUR zurück; die Erlöse mit Textilien fielen um 5,3% auf 208,6 Mio
EUR. Aufgrund der Erstkonsolidierung von Cobra Golf stiegen die Umsätze
im Segment Accessoires um 20,6% auf 85,6 Mio EUR.
Die Zahlen lagen im Rahmen der Markterwartungen, bzw. leicht
darunter; von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit einem
Umsatz von 624 Mio EUR, einem EBIT von 64 Mio EUR sowie einem
Nettoergebnis von 46 Mio EUR gerechnet.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet Puma ein solides
Umsatzwachstum. Das Management rechnet für das Gesamtjahr 2010 daher
weiterhin mit einem Umsatzwachstum im unteren bis mittleren einstelligen
Bereich in Euro. Die Rohertragsmarge sollte sich unverändert auf
Vorjahresniveau bewegen.
Beim Ergebnisausblick äußerte sich Puma anders als noch im
ersten Quartal. Das Ziel, das Vorsteuerergebnis um mindestens 70% zu
steigern, wurde nicht mehr wiederholt. Stattdessen erklärte das
Unternehmen, das operative Ergebnis vor Sondereffekten sollte sich
gegenüber dem Vorjahr verbessern.
Vorstandsvorsitzender Jochen Zeitz begründete dies in einer
Telefonkonferenz mit "Unsicherheiten" und verwies dabei auf den derzeit
laufenden Rechtsstreit in Spanien. Im Rahmen eines
Schiedsgerichtsurteils vom Mai war der ehemalige spanische Lizenznehmer
Estudio 2000 SA dazu verpflichtet worden, sämtliche von ihm noch
gehaltenen Puma-Markenrechte an Puma zu übertragen. Puma soll bis zu 98
Mio EUR für diese Markenrechte zahlen.
Puma hat für diese Eventualverbindlichkeiten bislang noch
keine Rückstellungen vorgenommen und kündigte am Berichtstag an, das
Urteil anzufechten und in den kommenden Tagen eine Nichtigkeitsklage
dagegen einzureichen. Nach Ansicht Pumas ist ein erfolgreicher Ausgang
"überwiegend wahrscheinlich". Wann der Rechtsstreit beigelegt werden
kann, ob vielleicht sogar noch in diesem Jahr, könne man jedoch nicht
voraussagen, erklärte Zeitz.
Nachdem sich die Marktaussichten wieder verbessert haben, will
Puma das 2005 aufgenommenes Expansionsprogramm wieder aufnehmen, jedoch
in angepasster Form. Das Programm hatte ein langfristiges
Umsatzpotenzial von 4 Mrd EUR bei Puma ausgemacht. Die Wirtschaftskrise
hatte eine vollständige Umsetzung jedoch verhindert.
Auf der Basis eines verbesserten Ausblicks auf die
Weltwirtschaft und der zu erwartenden Erholung des Marktumfeldes passe
das Management seinen langfristigen Entwicklungsplan an die derzeitigen
Rahmenbedingungen an und entwickele diesen weiter, um das
Unternehmenspotenzial auszuschöpfen, erklärte Zeitz. Das Umsatzpotenzial
von 4 Mrd EUR sei organisch zu erreichen. Bei weiteren Akquisitionen
könnten die 4 Mrd EUR übertroffen werden.
Die Unternehmensstrategie der neuen "Phase IV Revisited 2011 -
2015" will Puma zusammen mit den Geschäftsergebnissen des dritten
Quartals am 26. Oktober im Rahmen einer Pressekonferenz präsentieren.
Webseite: www.puma.com
-von Natali Schwab, Dow Jones Newswires,
+49 69 29725119, natali.schwab@dowjones.com
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