Moody's-Analyst: Schlimmste der EU-Schuldenkrise wohl vorüber

29.07.10, 15:19 Uhr | Lesezeichen | Versenden
SYDNEY (Dow Jones)--Die europäische Staatsschuldenkrise könnte nach Einschätzung eines Moody's-Analysten vielleicht bald ausgestanden sein, da sich allmählich wieder Zuversicht breit mache. "Die Märkte zeigen sich wieder zuversichtlicher. Es geht nicht sehr schnell voran, aber das Gröbste ist vielleicht schon überstanden", sagte Steve Hess, der bei Moody's für Staatsanleihen zuständig ist, am Donnerstag zu Dow Jones Newswires.
Einige europäische Länder aber litten immer noch unter Problemen im Zusammenhang mit den hohen Staatsdefiziten.

In den vergangenen Monaten hatten hoch verschuldete Länder Europas mit wachsenden Haushaltsdefiziten und steigenden Finanzierungskosten zu kämpfen. Die Europäische Union reagierte darauf mit beispiellosen Garantien: Das so genannte Euro-Rettungspaket sieht Kredite von bis zu 750 Mrd EUR für angeschlagene Länder vor.

Obwohl nach Aussage des Moody's-Analysten das Schlimmste anscheinend überstanden ist, stehen Länder wie Spanien nach wie vor unter genauer Beobachtung. "Spanien scheint immer noch zu schwächeln, und wir können eine Abstufung (der Kreditwürdigkeit des Landes) nicht ausschließen. Auch einige andere Länder stehen unter Beobachtung, aber die Staatschuldenkrise, wie sie in Europa genannt wird, ist vielleicht schon auf dem Wege der Besserung."

Der Analyst warnte allerdings, dass der Ausblick alles andere als sicher sei. "Allgemein glaube ich, dass sich die Stimmung verbessert, aber es ist noch sehr früh, sich ein Urteil darüber zu erlauben", sagte Hess.
 
-Von Enda Curran, Dow Jones Newswires,
+49 (0)69 29725 300, konjunktur.de@dowjones.com
DJG/DJN/mle/kth/mrf

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