Europas Börsen leiden erneut unter Verkäufen im späten Geschäft

29.07.10, 19:15 Uhr | Lesezeichen | Versenden

FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Börsen sind die Kurse nach einer Verkaufswelle im späten Geschäft leichter aus dem Donnerstag gegangen. Der Dow-Jones-Euro-Stoxx 50 verlor 13,18 oder 0,5% auf 2.752,93 Punkte, und der Stoxx-50 gab um 0,5% oder 11,14 Punkte nach auf 2.486,79 Punkte. Händler meinten, Anleger hätten Positionen glattgestellt, nachdem der Euro-Stoxx-50 erneut vergeblich an den Widerstandsbereich von 2.800 bis 2.830 Punkten herangelaufen war.



Technisch orientierte Marktteilnehmer sagten, ein Ausbruch über den Widerstandsbereich zwischen 2.800 und 2.830 Punkten eröffne Aufwärtspotenzial. Die technischen Analysten der Commerzbank sehen bei einem Anstieg des Futures auf den Euro-Stoxx-50 über 2.810 ein Anheben des Portfolio-Betas auf 1,1 von 1,0 als gerechtfertigt an.

"Möglicherweise liefern die Zahlen am Freitag einen Aufwärtsimpuls", so ein Händler mit Blick auf die angekündigten Konjunkturdaten. Am Freitag werden in den USA Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal veröffentlicht. Erwartet wird ein Plus des US-BIP um 2,5%. Beim Chicago-Einkaufsmanager-Index wird ein Rückgang auf 56,0 von 59,1 erwartet, der Michigan-Index soll nach der zweiten Umfrage auf 67,2 nach oben korrigiert werden von 66,5.

Gute Daten stützen nur vorübergehend

Über weite Strecken des Tages hatten die europäischen Börsen freundlich tendiert, gestützt von guten Unternehmensberichten und Konjunkturdaten. Die Umfrageergebnisse bei Unternehmen und Verbrauchern im Juli könnten sich sehen lassen, sagt Fabienne Riefer, Ökonomin aus dem volkswirtschaftlichen Research der Deutschen Postbank. Insgesamt habe sich das Wirtschaftsvertrauen im Gemeinsamen Währungsgebiet gegenüber dem Vormonat nochmals merklich verbessert. Dies gelte für das Industrievertrauen, das mit minus 4 nach minus 6 Punkten ein Zweijahreshoch erreicht habe, ebenso wie für das Dienstleistungs-, Einzelhandels- und Verbrauchervertrauen. Auch der Pessimismus in der Baubranche habe etwas nachgelassen.

Telekom-Titel im Plus - France-Telecom-Garantie stützt Sektor

France Telecom legten um 5,5% auf 16,00 EUR zu und waren damit Tagesgewinner im Euro-Stoxx-50-Index. Das Unternehmen hat seinen Anlegern für die kommenden drei Jahre eine Dividende von jeweils 1,40 EUR je Aktie garantiert. BT Group stiegen um 3,5% auf 144,80p. Der Cashflow habe sich im vergangenen Vierteljahr sehr stark entwickelt, damit sei auch die Nettoverschuldung stärker als erwartet gesenkt worden, merkten die Analysten der Berenberg Bank mit Blick auf die Quartalszahlen der Briten an. Für den Telekomindex des Stoxx-600-Index ging es um 1,5% nach oben. Kleinere Gewinne verzeichneten Versorger, Bau- und Medienwerte, die anderen Branchenindizes verloren bis zu 1,5%.

AstraZeneca im Plus - Brilinta sorgt für Kursgewinne

Für AstraZeneca ging es um 2,7% auf 3.289 p nach oben. Neben den Nachrichten um die Zulassungsempfehlung für den Blutverdünner "Brilinta" wurden die Aktien auch von guten Quartalszahlen gestützt. Der Konzern hat erneut die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Evolution sprach von starken Zahlen. Der Sektorindex der Pharma-Aktien konnte sich knapp behaupten.

DJG/hru/cln

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