Postbank hat 7,6 Mrd EUR in kritische Staatsanleihen investiert

29.04.10, 16:09 Uhr       

Postbank_100_Banner-5_ret_RGB_n_COMP FRANKFURT (Dow Jones)--Die Postbank AG hat 7,6 Mrd EUR in Staatsanleihen der Länder Griechenland, Italien, Spanien, Irland und Portugal investiert. Zumindest bei den Investitionen in Griechenland bestehe derzeit kein Abschreibungsbedarf, sagte Vorstandsvorsitzender Stefan Jütte bei der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt. (Foto: Postbank)

Den Löwenanteil hat die Postbank mit 4,7 Mrd EUR in Italien investiert (Stand: Ende 2009).


In Griechenland, Irland, Spanien und Portugal hat das Bonner Finanzinstitut insgesamt 2,9 Mrd EUR investiert. Die Hälfte dieser Summe ist in drei Jahren zur Rückzahlung fällig. 1,3 Mrd EUR entfallen allein auf griechische Staatsanleihen, von denen ebenfalls 50% innerhalb dieser Frist fällig werden. In Portugal hat die Postbank 50 Mio EUR investiert, in Irland sind es 350 Mio EUR und in Spanien 1,2 Mrd EUR.

Griechenlands Verschuldung liegt derzeit bei 115,1% des nominalen Bruttoinlandsproduktes. Am Freitag hat das Euro-Mitgliedsland Finanzhilfe bei der Europäischen Union und dem Internationalem Währungsfonds (IWF) beantragt. Aber auch die anderen Länder sind derzeit in einer schwachen Position: So hat Standard & Poor's jüngst die Kreditwürdigkeit von Portugal und Spanien abgestuft. Länder wie Irland und Italien stehen zwar besser da; aber hier hat der Markt die Sorge, sie könnten im Dunstkreis von Griechenland in Mitleidenschaft gezogen werden.

Neben der Postbank hat auch die teilverstaatlichte Commerzbank ein Milliardenrisiko im Zusammenhang mit Griechenland-Investitionen eingeräumt. Bei der Commerzbank liegt das Risiko bei der Eurohypo, der auf Immobilien- und Staatsfinanzierung spezialisierten Tochter.

Die Deutsche Bank, die derzeit knapp 30% an der Postbank hält, selbst hat in einem überschaubaren Maß in Griechenland investiert und sieht deshalb die hohe Verschuldung des Landes bei der Beurteilung der eigenen Situation nicht als Grund zur Sorge. Das "direkte" Engagement der Bank in dem südosteuropäischen Land sei begrenzt, hatte Finanzvorstand Stefan Krause am Dienstag im Rahmen einer Telefonkonferenz für Analysten gesagt. Daher sei die Bank entsprechend gelassen.

Angesichts des Banken-Engagements in Griechenland hatte sich Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann im März klar für eine Unterstützung Griechenlands durch andere Staaten ausgesprochen. Ansonsten drohten weitere Probleme, die hohe Kosten nach sich zögen, warnte Ackermann: Die deutschen Banken hätten "beträchtliche Milliarden im Feuer".

Webseiten:

www.postbank.de

www.db.com

www.commerzbank.de

-Von Madeleine Nissen, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 115,

madeleine.nissen@dowjones.com (Roman Kessler hat zu diesem Artikel

beigetragen.)

DJG/maw/bam/mrf

 

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