Lufthansa plant 2010 Umsatz- und Ergebnisplus
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Lufthansa AG
will im laufenden Jahr von der wieder steigenden Nachfrage nach Flügen
profitieren und sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis das
Vorjahresniveau übertreffen. (Foto: Lufthansa)
Ob unter dem Strich die Rückkehr in die
Gewinnzone gelingt und die Anteilseigner mit einer Wiederaufnahme der
Dividendenzahlung rechnen können, mochte der Vorstand am Donnerstag bei
der Vorlage der Bilanz nicht vorhersagen.
Am Markt traf die Prognose auf unterschiedliches Echo. Sie
entspreche den Erwartungen, sagten einige Analysten. Sie sei sehr vage,
kritisierten andere Bankhäuser. UniCredit geht davon aus, dass Lufthansa
für 2010 einen operativen Gewinn von 252 (130) Mio EUR erreichen wird.
Andere Analysten rechnen mit 300 Mio bis 500 Mio EUR. Der Kurs der Aktie
stellte sich bis 14.09 Uhr mit einem Minus von 0,4% auf 11,90 EUR.
So konkret wie die Analysten wurde der Vorstand auch auf
Nachfrage nicht. Er verwies auf die vielen Unwägbarkeiten, die das
Ergebnis im Verlauf des Jahres belasten könnten. Zum einen nannte
Vorstandsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber die Entwicklung des Ölpreises,
zum anderen die laufenden Tarifauseinandersetzungen. Ganz entscheidend
werde aber vor allem der Zeitpunkt sein, an dem sich die Nachfrage
"belastend" erhole. Die Preise sieht er aber selbst dann noch weiter
unter Druck.
So stellte der Vorstandsvorsitzende nur eine "leichte"
Belebung des Umsatzes und eine nicht näher quantifizierte Erhöhung des
operativen Ergebnisses in Aussicht. Er verwies darauf, dass der Umsatz
2010 die erstmalige Ganzjahreskonsolidierung der beiden Zukäufe bmi und
Austrian Airlines widerspiegele. Zum Ergebnisplus werden diese beiden
Fluggesellschaften aber nicht beitragen. Austrian Airlines soll die
operative Gewinnschwelle 2011 erreichen, bmi ein Jahr später.
Der Vorstand bekräftigte zudem allgemeine Finanzziele. Es
werde im laufenden Jahr gelingen, die Mindestliquidität von 2,3 Mrd EUR
zu halten, sagte Finanzvorstand Stephan Gemkow. Die geplante
Eigenkapitalquote von 30% sieht er indes nicht erreichbar. Sie war im
abgelaufenen Jahr auf 23,5% nach 29,4% im Jahr 2008 gefallen. Die
Nettokreditverschuldung stellte sich 2009 auf 2,195 Mrd EUR. Im Vorjahr
stand noch eine Liquidität von 125 Mio EUR in den Büchern.
Aus diesem Grund erscheint Gemkow der Rückkehr der
Verschuldungsquote in den Zielkorridor von 40% bis 60% im laufenden Jahr
"ambitioniert". Die Investitionen will er auf 2,2 (2,405) Mrd EUR
senken und vor allem aus dem Cashflow und der Liquidität zahlen.
Auf 4,9 (3,7) Mrd EUR Vorjahr wird sich der Aufwand für
Treibstoff erhöhen. Mitte Januar hatte der Vorstand noch 4,75 Mrd EUR in
Aussicht gestellt. Der Anstieg wurde vor allem mit der Abwertung des
Euro gegenüber dem US-Dollar begründet. 70% des Aufwands für Kerosin
sind den weiteren Angaben zufolge für 2010 gesichert. Für das Jahr 2011
beträgt das Hedging rund 34%.
Das Ergebnis des Jahres 2009 bezeichnete der Vorstand als
nicht zufriedenstellend und auch der Ausfall der Dividende "schmerze".
Allerdings würde das Ergebnis keine Alternative zulassen. Einer
Ausschüttung zu Lasten der Eigenkapitalausstattung erteilte Gemkow eine
Absage.
Im abgelaufenen Jahr sind die beiden Geschäftsfelder Lufthansa
Passage und Logistik operativ ins Minus gefallen. Bei den
Konzernairlines haben nur Swiss und Germanwings Gewinne eingeflogen. Den
höchsten Gewinn erzielte Lufthansa Technik. Sie bekomme erfahrungsgemäß
erst später die Auswirkungen der Krise zu spüren als die Fluglinien,
sagte Mayrhuber.
Keine konkreten Angaben machte der Vorstand zur Strategie für
bmi und ließ offen, ob an einen Verkauf gedacht wird oder nicht. Die
Start- und Landerechte, die die neue Tochter in London-Heathrow hat und
aufgrund ihres reduzierten Flugprogramms nicht mehr selbst nutzt, werden
derzeit von anderen Airlines des Konzerns in Anspruch genommen und an
konzernfremde Fluggesellschaften verleast.
Webseite: www.lufthansa-financials.com
-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires,
+49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com
DJG/kib/has/mrf







