GEA rechnet nach Schrumpfkur mit Stabilisierung

11.03.10, 13:29 Uhr       

GeaZentrale_Quelle_OBS_GEAGroup DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Maschinenbauer GEA rechnet nach der krisenbedingten Schrumpfkur zunächst mit einer Stabilisierung auf dem niedrigeren Niveau. Wachstum könnte in diesem Jahr aus Zukäufen kommen, die der Vorstandsvorsitzende Jürg Oleas am Donnerstag in Aussicht stellte. (Foto: obs/GEA Group)

Die Analysten sind von den erreichten Sparzielen überzeugt; die Aktie führt mit deutlichem Plus den Mittelwerteindex MDAX an.

2009 hatte die Wirtschaftskrise bei kapitalintensiven Investitionsgütern zu einem Nachfrageeinbruch geführt, wovon auch die Bilanz der GEA Group AG gezeichnet ist. Deren Geschäft liegt zu über zwei Dritteln im Anlagenbau für Lebensmittelindustrie und Energiewirtschaft. Die Zahl neuer Aufträge ging um fast ein Fünftel auf 4,1 Mrd EUR zurück, die Erlöse sanken um 15% auf 4,4 Mrd EUR.

Das Unternehmen geht von einer langsamen Stabilisierung der Nachfrage und einer spürbaren Erholung in der zweiten Jahreshälfte aus, wie Oleas in einer Telefonkonferenz für Journalisten sagte. Allerdings blieben die Absatzmärkte Schwankungen unterworfen. Die Summe neuer Aufträge soll in diesem Jahr moderat steigen, prognostizierte das Unternehmen, wobei Oleas "moderat" mit "im einstelligen Prozentbereich" übersetzte. Der Umsatz soll 2010 stabil bleiben.

Auch beim Gewinn will GEA 2010 mindestens soviel verdienen wie im vorigen Jahr. Da war die Marge vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 7,6% von 9,7% im Rekordjahr 2008 geschrumpft. Zusätzlich belasteten 65 Mio EUR, die das Unternehmen für den Konzernumbau ausgab. Unter anderem wurde die Belegschaft um gut 1.300 Mitarbeiter verkleinert. Trotz Zukäufen und Änderungen im Konsolidierungskreis lag die Zahl der Beschäftigten zum Jahresende um mehr als 600 unter dem Bestand zum Jahresende 2008.

Das strikte Kostenmanagement führte zu Einsparungen von rund 100 Mio EUR. GEA will diesen Kurs fortsetzen, um mittelfristig das selbst gesteckte Margenziel zu erreichen. Das EBIT soll dann bei 12% des Umsatzes liegen. Hierfür seien Marktbedingungen wie im Jahr 2008 erforderlich, führte Oleas aus. Diese sehe er nach der Wirtschaftskrise aber erst in den Jahren 2012 oder 2013.

Die Analysten verschiedener Bankhäuser weisen darauf hin, dass die Ergebnisse zum Teil über den Erwartungen lagen. Achim Henke von der WestLB hält wegen der Fortschritte beim Sparprogramm den Ausblick für "sehr vorsichtig", Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe will seine Schätzungen anheben. Die Aktie steht am Mittag mit 7% Zuwachs bei 16,26 EUR an der Spitze des MDAX.

Unter dem Strich ergab sich 2009 ein Konzernergebnis von 162 Mio EUR, was einem Anstieg um rund 60% entspricht. Im Vorjahr hatten allerdings nicht fortgeführte Geschäftsbereiche den Gewinn um 248 Mio EUR gemindert. Für die fortgeführten Geschäftsbereiche hatte der Konzern 2008 einen Gewinn von 349 Mio EUR ausgewiesen. Als Dividende schlägt GEA für das abgelaufene Jahr 0,30 EUR je Aktie vor, 0,10 EUR weniger als für 2008.

Diese kann sich GEA leisten, schließlich ging es mit einem Bestand an flüssigen Mitteln von fast 500 Mio EUR ins aktuelle Jahr. Unter anderem durch einen Abbau des Umlaufvermögens wurde die Nettoverschuldung von 60 Mio EUR zum Jahresende 2008 in eine Nettoliquidität von 47 Mio EUR zum Stichtag 31. Dezember gewandelt.

Dieses Polster kann laut Oleas auch für Zukäufe genutzt werden. Man beschäftige sich mit mehreren Akquisitionsobjekten, allerdings sei derzeit noch nichts konkret, sagte er. Der Schwerpunkt des Interesses liege dabei im Bereich der Lebensmittelverarbeitung, erklärte Oleas. Dabei seien auch größere Zukäufe denkbar, deren Größenordnung der Vorstandsvorsitzende auf "mehr als 200 Mio oder 300 Mio EUR Umsatz" bezifferte. 2009 hat die GEA Group AG knapp 35 Mio EUR für Zukäufe ausgegeben.

 
Webseite: www.geagroup.com

-Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires;
+49 (0)211 - 13 87 214; martin.rapp@dowjones.com
DJG/mmr/cbr/mrf

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