EZB lässt Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert

04.03.10, 13:53 Uhr | Lesezeichen | Versenden

  EZB_090208_007_(c) Anders FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen am Donnerstag erwartungsgemäß unverändert gelassen. Wie sie am Nachmittag mitteilte, bleibt der Hauptrefinanzierungssatz auf dem Rekordtief von 1,00%, wo er seit Mai 2009 steht. (Foto: Anders)

Der Satz für Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB (0,25%) und der Spitzenrefinanzierungssatz (1,75%) wurden gleichfalls nicht geändert. An den Finanzmärkten war diese Entscheidung erwartet worden.

Im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise hat die EZB den Hauptrefinanzierungssatz zwischen Oktober 2008 und Mai 2009 um 325 Basispunkte auf sein aktuelles Niveau zurückgeführt. Im Rahmen der bisher letzten Zinssenkung wurde zudem der Zinskanal auf 150 Basispunkte von zuvor 200 eingeengt. Bei ihren Refinanzierungsgeschäften befolgt die EZB eine Politik der Vollzuteilung; alle Gebote werden damit zum Festzins von 1,00% komplett bedient. Eine Ausnahme bildete der letzte einjährige Tender, der nachträglich zu dem Satz abgerechnet wird, der dem durchnittlich über seine Laufzeit herrschenden Hauptrefinanzierungssatz entspricht.

Im Rahmen der "erhöhten Kreditversorgung" der Geschäftsbanken bietet die EZB derzeit noch Refinanzierungsgeschäfte mit Laufzeiten von bis zu einem halben Jahr an, bei denen sie zudem eine stark erweiterte Liste von Wertpapieren akzeptiert. Darüber hinaus kaufen die EZB sowie die Zentralbanken des Eurosystems gedeckte Bankschuldverschreibungen (Covered Bonds) für bis zu 60 Mrd EUR. Allerdings wurden kürzlich die entsprechenden Mindestanforderungen für mit Aktiva besicherte Wertpapiere (ABS) leicht angehoben. Zudem hat die EZB im Dezember mitgeteilt, dass sie das letzte halbjährige Geschäft im März offerieren will.

Beobachter erwarten angesichts fehlender Anzeichen für einen zunehmenden Inflationsdruck, dass die EZB an ihrer Politik sehr niedriger Leitzinsen bis auf weiteres festhalten wird. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte gehen davon aus, dass die Notenbank ihren Hauptrefinanzierungssatz bis Herbst 2010 stabil halten wird.

Beobachter erwarten, dass EZB-Präsident Jean-Claude Trichet das Zinsniveau bei der um 14.30 Uhr beginnende Pressekonferenz als "weiterhin angemessen" sowie die Risiken für Inflations- und Wachstumsentwicklung als "weitgehend ausgewogen" bezeichnen wird. Zudem werden Hinweise zum weiteren Ausstieg aus der erhöhten Kreditversorgung der Banken erwartet. So könnte Trichet mitteilen, dass das letzte, am 31. März 2010 zuzuteilende halbjährige Refinanzierungsgeschäft ebenfalls zu dem Satz abgerechnet wird, der dem durchnittlich über seine Laufzeit herrschenden Hauptrefinanzierungssatz entspricht.

Ferner wird die EZB die neuen Stabsprojektionen für Wachstum und Inflation veröffentlichen, für die jedoch keine markanten Veränderungen erwartet werden. Zudem wird sie ihren Jahresabschluss für 2009 bekannt geben.

 
Webseite: www.ecb.int

-Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300,
Hans.Bentzien@dowjones.com
DJG/hab/mrf

Vorherige Meldung: MAN erhält Auftrag über bis zu 600 Busse von der Deutschen Bahn
Nächste Meldung: Beiersdorf will 2010 Nachsteuerrendite steigern

September 2010
So. Mo. Di. Mi. Do. Fr. Sa.
1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30