BMW will in diesem Jahr wieder mehr Gewinn einfahren

17.03.10, 12:45 Uhr       

P0019013_frei MÜNCHEN (Dow Jones)--Nach dem Ende der akuten Wirtschaftskrise blickt BMW wieder optimistischer in die Zukunft.

Mit dem Rückenwind einer steigenden Nachfrage nach höherpreisigen Autos etwa in China, Brasilien oder den USA wollten die Münchener im laufenden Jahr wieder ein deutlich besseres Ergebnis vor Steuern einfahren, sagte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz.

Nachdem die Verluste aus den Leasinggeschäften nicht mehr so hoch ausfielen, hatte BMW 2009 vor Steuern 413 Mio EUR verdient und damit rund 18% mehr als im Vorjahr. Eine höhere Steuerquote hatte dem Branchenprimus jedoch die Bilanz verhagelt und den Gewinn unter dem Strich um 36% auf 210 Mio EUR einbrechen lassen. Im laufenden Jahr werde die Steuerbelastung jedoch niedriger, etwa zwischen 30% und 40%, liegen, sagte Finanzvorstand Friedrich Eichiner.

"Wir wollen 2010 einen sichtbaren Schritt in Richtung unserer Profitabilitätsziele 2012 machen", kündigte Reithofer zudem an. Bis dahin soll das Kerngeschäft mit Automobilen eine Rendite (EBIT-Marge vor Zinsen und Steuern) von 8% bis 10% einfahren. Im laufenden Jahr werde die Marge jedoch noch im einstelligen Prozentbereich liegen. Positiv sollen sich jedoch die Kosteneinsparungen auswirken, sagte Eichiner.

Bei den Verkaufszielen hatte BMW die Latte im vergangenen Jahr angesichts der Krise tiefer gehängt und strebt bis 2012 statt 1,8 Millionen Autos nur noch 1,6 Millionen an. Bis 2020 wollen die Bayern dank neuer Modelle wie dem geplanten Großstadtauto und neuer Luxus-Kleinwagen mehr als 2 Millionen Neuwagen verkaufen und so die Spitzenposition in der Luxusklasse vor den deutschen Rivalen Mercedes-Benz und Audi verteidigen, wie Reithofer sagte.

Bei den Premium-Kleinwagen erwartet der DAX-Konzern bis 2020 ein Wachstum von 4% bis 6% jährlich und damit deutlich mehr als bei den preiswerten Massenherstellern.

Einen Schub erwartet BMW in diesem Jahr von der Einführung der neuen 5er-Reihe Ende März, die knapp ein Fünftel der gesamten Verkäufe ausmachen soll. Im Auftaktquartal werde sich davon jedoch noch nichts bemerkbar machen, sagte Eichiner. Insgesamt wollen die Münchener im laufenden Jahr mehr als 1,3 Millionen Neuwagen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce an ihre Kunden ausliefern.

Die Folgen der Wirtschaftskrise hatten BMW im vergangenen Jahr hart getroffen - vor allem auf dem US-Markt, dem bis vor kurzem größten Einzelmarkt. Der DAX-Konzern hatte 2009 weltweit mit 1,29 Millionen BMWs und Minis gut ein Zehntel weniger verkauft als im Vorjahr.

Webseite: www.bmwgroup.com
 
-Von Katharina Becker und Christoph Rauwald, Dow Jones Newswires,
 +49 (0)69 29725 112, katharina.becker@dowjones.com
 (Nico Schmidt hat zu diesem Artikel beigetragen.)
 
DJG/kat/brb/sch

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