XETRA-SCHLUSS/Freundlich - Warten auf Lösung für Griechenland

10.02.10, 18:33 Uhr | Lesezeichen | Versenden

2010-02-10 FRANKFURT (Dow Jones)--Freundlich nach schwankendem Handelsverlauf hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch geschlossen. Der DAX gewann 0,7% bzw 38 auf 5.536 Punkte. Einmal mehr hielt die Lage Griechenlands die Märkte in Atem. Nachdem am Morgen in Zeitungsberichten noch von einem Rettungspaket unter Federführung Deutschlands die Rede gewesen war, wurde am Nachmittag unter Berufung auf Kreise gemeldet, die Bundesregierung plane keine Hilfsmaßnahmen und wolle sich damit an das europäische Bailout-Verbot halten. (Foto: Deutsche Börse)

Damit richten sich die Erwartungen nun ganz auf den EU-Sondergipfel am Donnerstag in Brüssel. "Trotz aller Beunruhigung gibt es doch eine gewisse Hoffnung, dass eine Lösung für Griechenland gefunden wird", meinte ein Marktteilnehmer.

Leicht belastend wirkten sich zudem Aussagen von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke aus, der in einer Erklärung den Weg für einen Ausstieg aus den Nothilfen für den Finanzsektor vorzeichnete - allerdings mit zahlreichen Einschränkungen. Dagegen legten zahlreiche Unternehmen im MDAX gute Quartalszahlen vor, die dem Mittelwertebarometer zu einem Aufschlag von 0,9% verhalfen.

Finanzwerte waren erneut gesucht. Deutsche Bank stiegen um 3,1% auf 45,68 EUR, Commerzbank um 1,9% auf 5,68 EUR. Aareal Bank sprangen auch aus charttechnischen Gründen um 9,4% auf 12,69 EUR. Der Bankensektor war in den vergangenen vier Wochen um rund 20% eingebrochen. Durch eine Lösung für Griechenland würden diejenigen Institute entlastet, die dort stärker investiert sind. Gesucht waren auch die Automobilwerte, die sich damit nicht von schwachen Peugeot-Geschäftszahlen irritieren ließen.

Eine Ausnahmen unter den insgesamt starken Zyklikern bildeten die Stahlwerte. Belastet wurden sie von Arcelor Mittal. Der Luxemburger Stahlkonzern hatte am Mittwochmorgen im Rahmen seines Quartalsberichts auf steigende Kosten im ersten Quartal sowie sinkende Preise hingewiesen. Salzgitter verloren 2,6% auf 64,00 EUR und ThyssenKrupp 1,7% auf 22,42 EUR.

Auf der Gewinnerseite im MDAX standen Heidelberger Druck, die 3,9% auf 5,39 EUR gewannen. Der Druckmaschinenhersteller hatte am Dienstag Zahlen vorgelegt und die Talfahrt bei den Auftragseingängen gestoppt. Nach überraschender Vorlage der Quartalszahlen zog die Aktie von Bilfinger Berger um 5,9% auf 52,82 EUR an. Mit 250 Mio EUR ist das 2009er EBIT oberhalb der Unternehmensschätzung von 210 Mio bis 230 Mio EUR ausgefallen.

Die Aktie von ProSiebenSat.1 haussierte sogar um 16,2% auf 10,46 EUR. "Die Umsatzentwicklung ist auf jeden Fall eine positive Überraschung", sagte ein Marktteilnehmer. Das Deutsche Free-TV-Geschäft habe sich im vierten Quartal deutlich besser als erwartet entwickelt. Zudem gab es keine Abschreibung auf die SBS-Beteiligung.

Die Aktie von Fraport erhielt Rückenwind von den guten Verkehrszahlen, die der Flughafenbetreiber am Morgen vorgelegt hatte. Fraport legten um 3% auf 36,19 EUR zu. Auf der anderen Seite verloren HeidelbergCement 3,3% auf 41,12 EUR. Am Morgen war bekannt geworden, dass das Unternehmen im vierten Quartal eine Goodwill-Abschreibung von 404 Mio EUR erwartet.

Gerresheimer sanken um 6,1% auf 23,40 EUR. Der Hersteller von Glas- und Kunststoffverpackungen für die Pharmaindustrie hatte am Dienstag einen Umsatzrückgang von 1,5% gemeldet. Im TecDAX verloren Roth & Rau, belastet von einer Kapitalerhöhung, 6,5% auf 26,65 EUR. Drillisch profitierten dagegen von guten Zahlen und rückten um 2,9% auf 4,56 EUR vor.

  DJG/mif/reh 

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