Deutsche Inflationsrate bleibt zum Jahresauftakt unter 1%

09.02.10, 08:43 Uhr | Lesezeichen | Versenden

2010-02-09_Winterschlussverkauf_ddp WIESBADEN (Dow Jones)--Die Teuerung in Deutschland hat sich zu Jahresanfang 2010 leicht abgeschwächt. Die deutschen Verbraucherpreise stiegen im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8%. (Foto: ddp)

Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag nach endgültigen Berechnungen mit und bestätigte damit erwartungsgemäß den vorläufigen Ausweis vom 27. Januar. Im Dezember hatte die Jahresteuerung 0,9% betragen. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise um 0,6%, womit der vorläufige Ausweis ebenfalls bestätigt wurde.

Die Inflationsrate wurde im Januar nach Angaben der Statistiker vor allem durch den Preisauftrieb bei Mineralölprodukten geprägt, deren Preise um 13,0% über dem Vorjahresniveau lagen (Kraftstoffe: plus 14,6%; Leichtes Heizöl: plus 7,0%). Ohne Berücksichtigung der Mineralölpreise hätte die Jahresveränderungsrate im Januar nur bei plus 0,2% gelegen. Im Monatsvergleich sanken die Verbraucherpreise in dieser Abgrenzung um 0,8%.

Energie verteuerte sich im Januar insgesamt um 0,9% gegenüber dem Vorjahr. Neben dem deutlichen Preisanstieg bei Mineralölprodukten erhöhten sich binnen Jahresfrist auch die Preise für Strom (plus 3,9%). Dagegen gingen die Preise für Gas (minus 20,3%) sowie für Umlagen von Zentralheizung und Fernwärme (minus 11,8%) im gleichen Zeitraum deutlich zurück.

Nahrungsmittel waren im Januar insgesamt um 1,4% billiger als ein Jahr zuvor. Nennenswerte Preisanstiege gab es binnen Jahresfrist bei Tabakwaren (plus 5,5%) sowie bei Zeitungen und Zeitschriften (plus 3,6%). Die Preise für langlebige Gebrauchsgüter blieben dagegen im gleichen Zeitraum insgesamt relativ stabil (minus 0,1%).

Der Rückgang der Verbraucherpreise auf Monatssicht ist den Statistikern zufolge im Wesentlichen saisonbedingt: Mit dem Ende der Weihnachtsferien verbilligten sich wie üblich Pauschalreisen (minus 18,8%), Beherbergungsdienstleistungen (minus 14,7%) sowie Flugreisen (minus 4,0%). Wegen des Winterschlussverkaufes sanken die Preise für Bekleidung und Schuhe im Januar um 4,5% auf Monatssicht. Energie verteuerte sich dagegen im Monatsvergleich um 2,2% und Nahrungsmittel um 1,2%.

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland hat sich im Januar gegenüber dem Vorjahr um 0,8% erhöht. Im Vergleich zum Vormonat fiel der Index um 0,6%. Die erste Schätzung wurde damit leicht nach oben korrigiert. 

Webseite: www.destatis.de 
 
DJG/sgs/kth/dok

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