Chinas Importbedarf bei Nickel eingeschränkt
SCHANGHAI (Dow Jones)--Ein begrenzter Verkaufsdruck auf Nickel hat im vergangenen Jahr bei den Preisen des Metalls einen Boden eingezogen, da chinesische Händler importierte Ware auf Lager genommen hatten. (Foto: StatoilHydro)
Nach Auskunft aus dem Handel wird Nickel in China derzeit mit einem Diskont von 300 USD/t zur LME gehandelt, so dass Importe nicht wirtschaftlich machbar seien. Die Umkehr in der Preisdifferenz hat einige Handelshäuser sogar zum Re-Export von Nickel aus chinesischen Zolllägern in die Stocks der LME in Singapur und Busan veranlasst. Auf den Nickelpreisen dürfte nach Meinung von Analysten auch eine steigende Produktion von Nickelroheisen lasten. Das staatliche Beratungsunternehmen Antaike schätzt die Nickelbestände in China derzeit auf 150.000 t. Und die Londoner CRU erwartet einen Anstieg der chinesischen Produktion von Nickelroheisen um 20% im laufenden Quartal und möglicherweise 40% im Gesamtjahr 2010, nachdem der Output im vergangenen Jahr bereits 95.000 t Nickelinhalt erreicht habe.
Unterdessen beginnen chinesische Nickel- und Edelstahlproduzenten mit neuen Projekten zur Steigerung der Kapazität. Das würde noch mehr Angebot in den ohnehin gesättigten Markt bringen. Standard Chartered erwartet in den kommenden zwei bis drei Jahren ein erhebliches Produktionswachstum, vor allem in der chinesischen Provinz Jinchuan, aber auch in Japan und Südkorea. Chinas größter privater Edelstahlerzeuger, die Shanghai Tsingshan Mineral Co, testet derzeit ein Nickelprojekt mit einem Output von 30.000 t Nickelinhalt und wird Ende Februar oder Anfang März die Produktion aufnehmen. Ein Teil der Expansion stützt sich auf die Annahme einer höheren Nachfrage im Jahr 2010. So rechnet Antaike mit einem Anstieg des Nickelbedarfs in Chinas Rostfreisektor um 4,3% auf 360.000 von 345.000 t im Vorjahr. Mit festen Nickelpreisen im Lande ist aber erst zu rechnen, wenn der gesamte Bestand aufgebraucht ist.
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