Herausforderung Klimawandel

08.12.09, 13:06 Uhr       
Mario Frusch2 Gastkommentar von Mario Frusch, CEO TNT Post Deutschland

Temperaturanstieg, Gletscherschmelze, Dürrekatastrophen und Überschwemmungen – der weltweite Klimawandel ist spürbar in vollem Gang. Die globale Erderwärmung mag in Zeiten der ebenso globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in den Hintergrund der Aufmerksamkeit gerückt sein. Doch das Szenario der Klimakrise ist ebenso bedrohlich wie real. Dabei braucht auch das Klima den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft durch einen Rettungsschirm – nicht nur Banken, Versicherungen oder Automobilbauer.

Eine Klimawende ist möglich und auch bezahlbar, so das Resultat der Anfang November vorgestellten Studie „RECIPE – Report on Energy and Climate Policy in Europe“. Im Ergebnis sind sich führende europäische Forschungsinstitute darin einig, dass ein ehrgeiziges, entschlossenes Handeln von Politik und Wirtschaft der Schlüssel zum Erfolg ist. Auch wenn eine globale Dekarbonisierung nicht zum Nulltarif zu haben ist: Im Vergleich zu den Kosten, die ein Nichtstun nach sich ziehen würde, sind die Investitionen moderat. Zu diesem Resultat gelangten auch die G20-Finanzminister jüngst bei ihrem Zusammentreffen in Schottland.

Die Politik ist aufgefordert, beim Welt-Klimagipfel in Kopenhagen verbindliche und wirksame Rahmenbedingungen zu schaffen, die dennoch genügend Spielraum für marktwirtschaftliches Handeln bieten. Für das Kyoto-Protokoll, das im Jahr 2012 ausläuft, brauchen wir ein umfassendes Folgeprogramm. Ein neuer Vertrag darf dabei nicht an Detailfragen scheitern – denn zu einer neuen Offensive in der globalen Klimapolitik gibt es keine Alternative. Auch wenn die Vorzeichen eher düster sind: Über 40 Staats- und Regierungschefs, unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel, haben sich angekündigt. Ihre gemeinsame Aufgabe wird es sein, auszuloten, was machbar ist.

Der konzertierte Wille, alle Kräfte zu mobilisieren – dies ist die eigentliche Messlatte für Kopenhagen.Doch auch die Unternehmen – egal welcher Nation, welcher Branche oder welcher Größenordnung – müssen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Unabhängig davon, was die UN-Klimakonferenz unter dem Strich als Ergebnis erzielt. Wir alle – weltweit agierende Gesellschaften ebenso wie kleine Privatunternehmer – tragen Verantwortung für unseren Planeten Erde. Dazu braucht es Mut, Entschlossenheit und Handlungswillen jedes Einzelnen.

Dabei ist jede Verhaltensänderung wirksam und auch das Verändern jeder noch so kleinen Stellschraube stellt einen Beitrag zum großen Ganzen dar. Denn der Klimawandel geht uns alle an und lässt sich nicht auf später vertagen.

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