Pflanzenbiotechnologie eröffnet weiteres Ertragspotenzial
Die globale Banken- und Wirtschaftskrise hat das Thema Welternährungssituation in den letzten Monaten weitgehend in den Schatten gestellt. Anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober sollten wir uns wieder bewusst werden, dass der Hunger in der Welt weiter zunimmt – laut FAO hungern mehr als eine Milliarde Menschen weltweit, ein Sechstel der Weltbevölkerung. Der Wandel ist nicht aufzuhalten: Die wachsende Weltbevölkerung führt zu einem steigenden Nahrungs- und Energiebedarf, und während die verfügbare Anbaufläche bestenfalls gleich bleibt, nimmt das pro Kopf verfügbare Ackerland sukzessive ab. Gleichzeitig nimmt die Konkurrenz um begrenzte Anbauflächen bei der Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen und Fasern zu.
Der Klimawandel bedroht mit weltweit steigenden Temperaturen die globale Nahrungsmittelproduktion und erhöht das Risiko für das Auftreten von Wetterextremen. Es wird erwartet, dass besonders in den Tropen und Subtropen die Ernteerträge stark zurückgehen könnten. Neben der Veränderung der Anbaubedingungen wird als weitere Folge des Klimawandels erwartet, dass sich das Auftreten von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten regional verlagert.
Bayer CropScience stellt Innovation und damit die Forschung und Entwicklung neuer Lösungen in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten. Um die Versorgung einer dynamisch wachsenden Weltbevölkerung auch in Zukunft sicherzustellen, entwickeln wir neue Pflanzensorten und innovative Pflanzenschutzmittel und wollen mit erheblichen Investitionen dazu beitragen, die landwirtschaftliche Produktivität nachhaltig zu steigern. In der Agrarchemie legen wir dabei unser Augenmerk auf die Erforschung neuer Wirkstoffe und neuartiger Wirkmechanis-men gegen Unkräuter, Pflanzenkrankheiten und Schädlinge. Moderne Züchtungsmethoden und die Pflanzenbiotechnologie eröffnen weiteres Ertragspotenzial. Wir arbeiten in neuen zukunftsweisenden Forschungsprojekten beispielsweise auf den Gebieten Pflanzengesundheit und Stresstoleranz.
Langfristig erwarten wir eine anhaltend positive Entwicklung der Märkte, in denen Bayer CropScience aktiv ist. Für die nächsten zehn Jahre rechnen wir mit einem jährlichen Marktwachstum von durchschnittlich 3 Prozent – der Gesamtmarkt für Pflanzenschutzprodukte, Saatgut und Pflanzenmerkmale wird bis zum Jahr 2018 von derzeit rund 48 Milliarden Euro auf etwa 66 Milliarden Euro zunehmen. Deutlich stärkere Wachstumsraten – in etwa 6 Prozent jährlich – werden für die Pflanzenbiotechnologie prognostiziert. Daher beschleunigt Bayer CropScience den Ausbau seines Biotech- und Saatgutgeschäftes und plant dazu, bis 2018 rund 3,5 Milliarden Euro in Forschung und Infrastruktur zu investieren. Langfristig sollte das Seeds & Traits-Geschäft mit dem Pflanzenschutz fast gleichziehen.Zwar sind die Preise für die wichtigsten landwirtschaftlichen Grunderzeugnisse in den letzten Monaten wieder gefallen, sie liegen jedoch noch deutlich über dem Preisniveau von vor zwei Jahren. Die Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln pflanzlicher Herkunft auf den Weltagrarmärkten sollte auf einem vergleichsweise hohen und die prognostizierten Lagerbestände auf entsprechend niedrigem Niveau bleiben.
Wir rechnen daher mit einer weiter intensivierten Produktion wichtiger Kulturen wie Getreide, Mais, Raps, Sojabohnen oder Reis, sodass die Rahmenbedingungen für den Saatgut- und den Pflanzenschutzmarkt günstig bleiben dürften. Aber obwohl der Sektor Landwirtschaft vergleichsweise robust auf konjunkturelle Schwankungen reagiert, besteht durch die anhaltende Finanzkrise ein gewisses Risikopotenzial für den weltweiten Pflanzenschutzmarkt in Ländern, in denen die landwirtschaftliche Produktion durch Banken vorfinanziert wird.



