Scholz: Arbeitslosenzahl bleibt 2009 unter 4 Mio

30.08.09, 15:06 Uhr | Lesezeichen | Versenden
BERLIN (Dow Jones)--Bundesarbeitsminister Olaf Scholz ist trotz des konjunkturellen Einbruchs relativ optimistisch hinsichtlich der Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland. Die Arbeitslosenzahl werde in den kommenden Monaten zwar steigen, "aber wir werden wohl in diesem Jahr unter der Marke von vier Millionen bleiben", sagt Scholz dem "Spiegel".

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe), er halte es für möglich, dass unter seiner Kanzlerschaft die Arbeitslosenzahl trotz Krise unter vier Millionen bleiben könne. "Wenn aus dem zarten Aufschwung ein stabiler wird, dann können wir es schaffen. Eine von mir geführte Regierung wird alles tun, dass es gelingt", sagte Steinmeier.

Mit Blick auf die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung sagt Scholz dem "Spiegel", die Experten hätten bisher "ziemlich daneben gelegen" und die Wirkung der Kurzarbeit unterschätzt. Die Vermutung, dass sich die Unternehmen mit Rücksicht auf die Wahl zurückgehalten hätten und im Herbst eine Entlassungswelle drohe, hält er für "Unsinn".

Aus seinen Gesprächen mit Personalchefs und Betriebsräten habe er nicht den Eindruck gewonnen, "dass die Kurzarbeiter von heute samt und sonders die Entlassenen von morgen sein werden". Angesichts des bevorstehenden Fachkräftemangels müsse der Staat dafür sorgen, dass "künftig kein Jugendlicher mit weniger als einer Berufsausbildung in das Arbeitsleben strebt", sagt Scholz.

Dies sei sein Ziel in der nächsten Legislaturperiode. Dass jedes Jahr mehr als 60.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen, nannte Scholz "ein Staatsversagen". Die Arbeitsverwaltung müsse bereits in der Schule Kontakt zu allen Jugendlichen haben, um zu erfahren, welchen Weg die Schulabgänger einschlagen. Dies gehe nur in Kooperation mit den Ländern. Dort habe man wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen schon gute Erfahrungen mit einem Berufswahlpass gemacht.

"Etwas Vergleichbares brauchen wir bundesweit", sagt Scholz. Nötig sei dazu auch mehr Personal in der Arbeitsagentur und den Jobcentern. In der Krise dürfe deshalb das Personal dort nicht heruntergefahren werden. "Im Gegenteil: Wir müssen den Ausbau der Vermittlung weiter vorantreiben."

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DJG/hab

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