Scholz: Arbeitslosenzahl bleibt 2009 unter 4 Mio
SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte der
"Bild"-Zeitung (Samstagausgabe), er halte es für möglich, dass unter
seiner Kanzlerschaft die Arbeitslosenzahl trotz Krise unter vier
Millionen bleiben könne. "Wenn aus dem zarten Aufschwung ein stabiler
wird, dann können wir es schaffen. Eine von mir geführte Regierung wird
alles tun, dass es gelingt", sagte Steinmeier.
Mit Blick auf die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung sagt
Scholz dem "Spiegel", die Experten hätten bisher "ziemlich daneben
gelegen" und die Wirkung der Kurzarbeit unterschätzt. Die Vermutung,
dass sich die Unternehmen mit Rücksicht auf die Wahl zurückgehalten
hätten und im Herbst eine Entlassungswelle drohe, hält er für "Unsinn".
Aus seinen Gesprächen mit Personalchefs und Betriebsräten
habe er nicht den Eindruck gewonnen, "dass die Kurzarbeiter von heute
samt und sonders die Entlassenen von morgen sein werden". Angesichts
des bevorstehenden Fachkräftemangels müsse der Staat dafür sorgen, dass
"künftig kein Jugendlicher mit weniger als einer Berufsausbildung in
das Arbeitsleben strebt", sagt Scholz.
Dies sei sein Ziel in der nächsten Legislaturperiode. Dass
jedes Jahr mehr als 60.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss
verlassen, nannte Scholz "ein Staatsversagen". Die Arbeitsverwaltung
müsse bereits in der Schule Kontakt zu allen Jugendlichen haben, um zu
erfahren, welchen Weg die Schulabgänger einschlagen. Dies gehe nur in
Kooperation mit den Ländern. Dort habe man wie beispielsweise in
Nordrhein-Westfalen schon gute Erfahrungen mit einem Berufswahlpass
gemacht.
"Etwas Vergleichbares brauchen wir bundesweit", sagt Scholz.
Nötig sei dazu auch mehr Personal in der Arbeitsagentur und den
Jobcentern. In der Krise dürfe deshalb das Personal dort nicht
heruntergefahren werden. "Im Gegenteil: Wir müssen den Ausbau der
Vermittlung weiter vorantreiben."
Webseiten: www.spiegel.de
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DJG/hab







