Post liefert Briefe langsamer aus als zugesichert
Deutlich schlechter sah es laut FASZ bei Briefen aus, die am
Samstag eingeworfen wurden. Von 33 Briefen kamen demnach nur drei
bereits am Montag an. Bei dem Test versendete die "FASZ" jeweils 33
Briefe am Samstag, Montag und Dienstag. Gesetzlich müssen 80% der
Briefe nach einem Werktag, 95% der Briefe nach zwei Werktagen
zugestellt werden. Die Zahlen gelten aber im gesamten
Jahresdurchschnitt.
Ein Post-Sprecher sagte auf Anfrage von Dow Jones Newswires
am Sonntag, bisher wisse man nicht, unter welchen Bedingungen und an
wen die Briefe verschickt worden seien. Deshalb könne man sich zu den
Vorwürfen nicht äußern. Die von der Bundesnetzagentur geforderten 80%
Zustellung am nächsten Tag würden aber im Jahresdurchschnitt
eingehalten, das werde ständig von einem externen Unternehmen im Rahmen
eines zertifizierten Verfahrens geprüft.
Nach Aussage des Sprechers hat die Post im Sommer acht
Wochen lang bestimmte Sparmaßnahmen getestet, die inzwischen wieder
beendet wurden. Dazu gehörte die Zusammenlegung benachbarter
Zustellbezirke und eine vorübergehende Reduzierung der
Sortierkapazitäten.
Die Konzernführung stellte unterdessen die vereinbarte
Lohnerhöhung für ihre Beschäftigten im Dezember um 3% in Frage.
Angesichts der "härter gewordenen Bedingungen" für den Briefbereich sei
es sinnvoll, die geplante Lohnerhöhung zu verschieben, sagte
Post-Vorstandsmitglied Uwe Brinks der WAZ-Gruppe laut AFP-Bericht. Seit
der Tarifeinigung habe sich die Lage "dramatisch verändert". "Wir
hoffen auf die Gesprächsbereitschaft der Arbeitnehmerseite."
Sollte beim Thema Lohn keine Lösung gefunden werden, müsse
der Rotstift "an anderer Stelle" angesetzt werden, sagte Brinks. Als
Beispiele nannte er eine längere Wochenarbeitszeit oder eine veränderte
Entlohnung neu eingestellter Mitarbeiter. Bei der Tarifeinigung Ende
April 2008 war vereinbart worden, dass die Löhne und Gehälter der rund
130.000 Beschäftigten im Dezember um 3%steigen sollen.
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DJG/AFP/hab







