Post liefert Briefe langsamer aus als zugesichert

30.08.09, 15:04 Uhr       
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Post AG hat einem Pressebericht zufolge zumindest zeitweise Briefe langsamer ausgeliefert als zugesichert. Von Briefen, die am Montag oder Dienstag eingeworfen worden seien, hätten 86% den Adressaten am Folgetag erreicht, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FASZ) unter Berufung auf einen selbst vorgenommenen Test. Die Post verspricht, dass 95% der Briefe am nächsten Werktag im Briefkasten liegen.

Deutlich schlechter sah es laut FASZ bei Briefen aus, die am Samstag eingeworfen wurden. Von 33 Briefen kamen demnach nur drei bereits am Montag an. Bei dem Test versendete die "FASZ" jeweils 33 Briefe am Samstag, Montag und Dienstag. Gesetzlich müssen 80% der Briefe nach einem Werktag, 95% der Briefe nach zwei Werktagen zugestellt werden. Die Zahlen gelten aber im gesamten Jahresdurchschnitt.

Ein Post-Sprecher sagte auf Anfrage von Dow Jones Newswires am Sonntag, bisher wisse man nicht, unter welchen Bedingungen und an wen die Briefe verschickt worden seien. Deshalb könne man sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Die von der Bundesnetzagentur geforderten 80% Zustellung am nächsten Tag würden aber im Jahresdurchschnitt eingehalten, das werde ständig von einem externen Unternehmen im Rahmen eines zertifizierten Verfahrens geprüft.

Nach Aussage des Sprechers hat die Post im Sommer acht Wochen lang bestimmte Sparmaßnahmen getestet, die inzwischen wieder beendet wurden. Dazu gehörte die Zusammenlegung benachbarter Zustellbezirke und eine vorübergehende Reduzierung der Sortierkapazitäten.

Die Konzernführung stellte unterdessen die vereinbarte Lohnerhöhung für ihre Beschäftigten im Dezember um 3% in Frage. Angesichts der "härter gewordenen Bedingungen" für den Briefbereich sei es sinnvoll, die geplante Lohnerhöhung zu verschieben, sagte Post-Vorstandsmitglied Uwe Brinks der WAZ-Gruppe laut AFP-Bericht. Seit der Tarifeinigung habe sich die Lage "dramatisch verändert". "Wir hoffen auf die Gesprächsbereitschaft der Arbeitnehmerseite."

Sollte beim Thema Lohn keine Lösung gefunden werden, müsse der Rotstift "an anderer Stelle" angesetzt werden, sagte Brinks. Als Beispiele nannte er eine längere Wochenarbeitszeit oder eine veränderte Entlohnung neu eingestellter Mitarbeiter. Bei der Tarifeinigung Ende April 2008 war vereinbart worden, dass die Löhne und Gehälter der rund 130.000 Beschäftigten im Dezember um 3%steigen sollen.

Webseiten: www.faz.net
www.waz.de

DJG/AFP/hab

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