Online geht gestärkt aus der Krise hervor

27.05.09, 12:58 Uhr       

Bvdw_arndt_groth_QUER Gastbeitrag von Arndt Groth, Präsident des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

Online-Werbemarkt wächst
Natürlich geht die Weltwirtschaftskrise nicht spurlos an der Online-Branche vorbei. Dennoch kann von Krise zum jetzigen Zeitpunkt keine Rede sein. So ist die Online-Werbung im letzten Jahr um 25 Prozent gewachsen und wird laut Prognose des Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. auch 2009 um knapp 10 Prozent zulegen. Dies entspricht einem Wachstum des Online-Werbemarkts auf 4 Milliarden Euro – entgegen aller Trends in anderen Wirtschaftsbereichen.

Klassischer Werbemarkt stagniert
Das die digitale Wirtschaft ein Gewinner der aktuellen Krise ist, lässt sich einfach verdeutlichen: Der Anteil klassischer Mediengattungen am Gesamtwerbemarkt stagniert oder schrumpft. Lediglich der Bereich der Online-Werbung ist weiter gewachsen und zwar binnen vier Jahren um über 10 auf 14,8 Prozent. Auch im Geschäftsbereich der Internet-Agenturen sprechen die Zahlen eine deutlich positive Sprache. So konnten die Full-Service-Online-Dienstleister 2008 ein Wachstum von 14,8 Prozent für sich verbuchen und rechnen 2009 mit einer Steigerung des Honorarumsatzes um weitere 7,9 Prozent.

Verschiebung von Budgets
Einer der Gründe für das Anhaltende Wachstum ist die Verschiebung von Werbe-Budgets und Projekt-Etats aus dem Bereich der klassischen Werbung, wie Print und TV, in das Online-Segment. Gerade in Krisenzeiten stehen die Ausgaben für Werbe- und Marketing-Aktivitäten besonders auf dem Prüfstand: Transparenz und vor allem eine hohe Effizienz haben allerhöchste Priorität – und genau hier punktet Online-Werbung und -Marketing. Dies gilt sowohl für klassische Display-Werbung, neue Ansätze im Social Media-Umfeld als auch für die Werkzeuge des Performance Marketing, zu denen unter anderem die Suchmaschinenwerbung zählt.

Gutes Arbeitsklima
Laut der letzten Umfrage des BVDW spiegelt sich die positive Branchenstimmung auch auf dem Arbeitsmarkt der digitalen Wirtschaft wieder. So stufen 51 Prozent der Befragten die Beschäftigungssituation in diesem Jahr gut bis sehr gut ein. Für 2010 wird eine noch bessere Arbeitsmarktlage prognostiziert. Kurzarbeit ist zudem nur ein Randthema in der digitalen Wirtschaft. Dies verdeutlicht auch die Zahl der Festangestellten in den Internet-Agenturen, die 2008 um 10,2 Prozent gestiegen ist und 2009 um weitere 8,4 Prozent wachsen soll. Der mehrfach angesprochene Fachkräftemangel der digitalen Wirtschaft hat sicher daher etwas entspannt, doch besonders Spezialisten neuer Marketinggattungen sind immer noch rar gesät.

Verlagerung ins Internet
Auch in den nächsten Jahren sieht der BVDW die Online-Branche weiterhin im Aufwind. Immer mehr Wirtschaftsbereiche verlagern sich ins Internet – sei es die Werbung, die viele Zielgruppen nur noch im Web erreicht, oder der Handel, dessen E-Commerce-Anteil von Jahr zu Jahr größer wird. Mobile Endgeräte und günstige Datentarife treiben die Verbreitung des Mobile Internet weiter voran – ein Wachstumsmarkt, der uns noch viele Jahre beschäftigen wird. Die digitale Wirtschaft steht in den nächsten Jahren vor großen, spannenden Herausforderungen – wir freuen uns drauf.

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