Deutsche Jahresteuerung auf niedrigstem Niveau seit 1999

09.04.09, 09:10 Uhr | Lesezeichen | Versenden

2009-04-09_Heizöl_DDP WIESBADEN (Dow Jones)--Die deutsche Jahresteuerung ist im März vorwiegend wegen der sinkenden Preise für Mineralölprodukte auf das niedrigste Niveau seit fast zehn Jahren gesunken. Der Verbraucherpreisindex stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5%. (Foto: ddp)

Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag im Zuge der zweiten Veröffentlichung mit. So gering war die Inflationsrate zuletzt im Juli 1999. Im Februar 2009 hatte die Jahresteuerungsrate noch bei 1,0% und im Januar bei 0,9% gelegen. Der vorläufige Ausweis der Verbraucherpreise vom 27. März wurde damit erwartungsgemäß bestätigt.

Im Vergleich zum Vormonat sanken die deutschen Verbraucherpreise im März um 0,1%, nachdem sie im Februar um 0,6% zugelegt hatten. Der Erwartung von Volkswirten entsprechend bestätigte die Statistikbehörde damit ebenfalls den vorläufigen Ausweis.

Die niedrige Inflationsrate ist den Statistikern zufolge maßgeblich auf die stark rückläufige Preisentwicklung bei Mineralölprodukten sowie bei einigen Nahrungsmitteln zurückzuführen. Die Preise für Mineralölprodukte sanken im Jahresvergleich um 22,3%; davon leichtes Heizöl um 36,3% und Kraftstoffe um 18,0%. Ohne Einrechnung der Mineralölprodukte hätte die Inflationsrate im März mit 1,7% deutlich höher gelegen.

Für andere Energieprodukte erhöhten sich im gleichen Zeitraum dagegen die Preise: Für Haushaltsenergieträger wie Gas (plus 17,9%), Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (plus 14,7%) und Strom (plus 6,4%) stiegen die Preise gegenüber März 2008 überdurchschnittlich. Die Preise für Nahrungsmittel lagen mit 0,2% nur knapp über dem Niveau des Vorjahres, seit August 2008 sind die Teuerungsraten für Nahrungsmittel kontinuierlich zurückgegangen. Billiger angeboten als im Vorjahr wurden insbesondere fast alle Molkereiprodukte.

Der leichte Preisrückgang des Gesamtindex gegenüber dem Vormonat um 0,1% ist von gegenläufigen Preisbewegungen geprägt: Etwas mehr zu zahlen war unter anderem für Bekleidung und Schuhe (plus 1,6%). Bei den Energiepreisen erhöhten sich binnen Monatsfrist erneut die Strompreise (plus 0,7%), Gaspreise gingen dagegen erneut leicht zurück (minus 0,7%). Günstiger aus Sicht der Verbraucher entwickelten sich weiterhin die Preise für leichtes Heizöl (minus 7,5%) und für Kraftstoffe (minus 2,1%). Ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte wären die Verbraucherpreise im Monatsvergleich unverändert geblieben. Die Preise für Nahrungsmittel gaben binnen Monatsfrist im Durchschnitt um 0,4% nach.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im März um 0,4% höher als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vormonat sank der Index um 0,2%. Die Schätzung vom 27. März 2009 wurde damit bestätigt. 

Webseite: http://www.destatis.de. 
 
DJG/sgs/apo/dok

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