XETRA-Schluss/Leichter - Strohfeuer nach Arbeitsmarktdaten

06.03.09, 18:44 Uhr       

2009-03-06 FRANKFURT (Dow Jones)--Mit einer leichteren Tendenz ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag aus dem Handel gegangen. Zwischenzeitlich fiel der DAX sogar auf ein neues Viereinhalbjahrestief. Das Börsenbarometer gab um 0,8% bzw 29 Punkte auf 3.666 nach. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 167,7 (Vortag: 157,0) Mio Aktien im Wert von rund 3,25 (Vortag: 3,29) Mrd EUR. (Foto: Dt. Börse)



Damit entpuppte sich der Kursanstieg nach dem etwas besseren US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag wieder einmal als Strohfeuer. Für die kurzfristigen Kursgewinne sorgte die falsche Positionierung der Marktteilnehmer. "Der Markt hatte sich für wesentlich schlechtere Zahlen positioniert", sagte ein Händler.

Zwar sei die Arbeitslosenquote mit 8,1% auf den höchsten Stand seit 26 Jahren und die Januardaten um fast 60.000 Arbeitslose hochrevidiert worden. "Aber jeder hatte darauf gesetzt, dass die Februar-Daten noch wesentlich schlechter kommen", so der Händler weiter. Bis zu 800.000 Arbeitslose habe der Markt vermutet, tatsächlich wurden 651.000 vermeldet.

Nach Ansicht von Ulrich Wortberg von der Helaba befindet sich der US-Arbeitsmarkt in einer außergewöhnlich schwachen Phase, die auch in den kommenden Monaten anhalten dürfte. Zeichen für eine Wende zum Besseren gebe es nicht, so der Analyst. Technische Analysten hoffen nun, dass der DAX seine Unterstützung um 3.660 verteidigen kann. Ansonsten drohe ein Fall bis auf 3.400 Punkte.

Bankentitel gehörten erneut zu den schwächsten Werten. Bei Deutsche Postbank belastete zusätzlich, dass am Montag die Zahlen für 2008 vorgelegt werden. Postbank gaben um 3,8% auf 7,26 EUR nach. Deutsche Bank fielen um 2,6% auf 18,79 EUR und Commerzbank um 2,4% auf 2,27 EUR, nachdem sie zuvor mit 2,22 EUR ein neues Jahrestief markiert hatten. Auch die Versicherer schlossen mit leichten Abschlägen von bis zu 0,8%. DAX-Absteiger Infineon brachen um fast 13% auf 0,41 EUR ein.

Auch Salzgitter setzten ihre Talfahrt nach den schwachen Geschäftszahlen vom Vortag fort und gaben um 2,8% auf 41,32 EUR nach. ThyssenKrupp erholten sich hingegen leicht von den Verlusten und stiegen um 0,2% auf 13,72 EUR.

Ein zu hoher Anteil von Leerverkäufen in den Verlierern der Woche sorgte hingegen für kräftige Aufwärtsbewegungen. Die Eindeckungen trieben vor allem Automobiltitel nach oben. Daimler stiegen um 2,2% auf 18,54 EUR und BMW um 2,7% auf 19,83 EUR. VW gaben dagegen um 0,4% nach. Auch der Versorger E.ON profitierte von Eindeckungen und kletterte um 1% auf 20,20 EUR zu. E.ON legt am Dienstag Zahlen vor.

Im MDAX stiegen Continental um 3,5% auf 12,88 EUR. Nach der Aufsichtsratsitzung am Nachmittag ist der Aufsichtsratsvorsitzende von Grünberg mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Er könne das Vorgehen des neuen Großaktionärs Schaeffler nicht länger mittragen, sagte von Grünberg. Schaeffler schade der Continental, indem der Autozulieferer in den Abwärtsstrudel der finanziell angeschlagenen Franken mitgerissen werde.

TUI gaben um 8,2% auf 3,4% EUR nach. Der Ferienflieger plant nun auch Kurzarbeit. Im TecDAX verloren Conergy und United Internet um die 10%, Centrotherm stiegen dagegen 8,2% auf 16,37 EUR.

 DJG/mod/reh 

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