Neuberechnung Verbraucherpreise wegen Datenpanne
FRANKFURT (Dow Jones)--Eine Datenpanne beim Statistischen Bundesamt (Destatis) hat am Donnerstag dazu geführt, dass einige Statistische Landesämter ihre Berechnungen für die Entwicklung der Verbraucherpreise im Februar wiederholen mussten.
"Es handelte sich zum Beispiel um die Preise von Büchern oder Tabakwaren, aber auch um nicht bundeseinheitliche Preise, wie etwa von Kfz-Versicherungen", sagte Destatis-Sprecher Thomas Krämer am Donnerstag auf Anfrage von Dow Jones Newswires. Diese Preise kaufe Destatis an und stelle sie den Ländern über einen Server zur Verfügung.
Im aktuellen Fall wurden die Daten Krämer zufolge zwar erhoben, aber nicht richtig auf den Server eingelesen. Die Landesämter hätten daraufhin die Vormonatszahlen abgerufen und diese für korrekt gehalten. "Dadurch waren die Daten nach unten verzerrt", sagte Krämer.
In der Folge waren die von Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen bereits veröffentlichten Inflationsraten zu niedrig und mussten teilweise deutlich nach oben korrigiert werden. So betrug die Jahresteuerung in Sachsen tatsächlich 1,1% und nicht, wie zunächst gemeldet, 0,8%. Entsprechend "stieg" die Inflation in Nordrhein-Westfalen auf 0,9% (0,7%), in Hessen ebenfalls auf 0,9% (0,6%) und in Brandenburg auf 0,8% (0,6%).
"Gott sei Dank" sei der Fehler noch rechtzeitig bemerkt worden, sagte Destatis-Sprecher Krämer. Wäre er unbemerkt geblieben, wäre auch die Berechnung des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) verzerrt worden, für den Destatis die deutschen Angaben am Montag zur Europäischen Statistikbehörde Eurostat meldet.
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